NNP - Artikel vom 12.02.2013

Narren außer Rand und Band                   

Karnevalisten erobern die Straßen – Tolles Wetter, herrliche Kostüme, ausgelassene Stimmung

Von den närrischen Umzügen in Eschhofen, Villmar, Obertiefenbach und Frickhofen berichten Sascha Braun, Manfred Horz und Robin Klöppel in Wort und Bild.

Die "Aliens" aus Hausen waren beim Fastnachtszug in Frickhofen ein

besonderer Hingucker.

 

Limburg/Dornburg/Beselich/Villmar. Viel Sonnenschein lachte den Narren am Wochenende im Nassauer Land bei zahlreichen Fastnachtsumzügen.

Masse wie durchaus auch Klasse bot der Fastnachtsumzug am Samstagnachmittag in Frickhofen. Der Karnevalverein "Die Kochlöffel" bekam stolze 40 Zugnummern zusammen, die auf ihrem Weg durchs Dorf von hunderten begeisterter Zuschauer und natürlich dem Frickhöfer Elferratswagen begeistert empfangen wurden. Gut kostümierte Fußgruppen und einige schöne Wagen ergaben ein tolles Gesamtbild. Für die Musik unterwegs sorgten die Lokalmatadoren von "Blau-Orange" sowie die "Elbtal-Musikanten" und der Musikverein Langendernbach.

Keine Frage: Wenn ganz Eschhofen wackelt, dann hat der Fastnachtsclub Eschhofen (FCE) zum großen Umzug geblasen. Gestern waren wieder der ganze Ort und viele Gäste von außerhalb auf den Beinen, um einen Umzug der Superlative in den Straßen von Eschhofen und Mühlen mitzuerleben. Gleichzeitig war es auch der karnevalistische Höhepunkt für Prinzessin Susanne I. von der Backstub und ihren närrischen Hofstaat. Fast schon frühlingshaft war es in Eschhofen: viele Maikäfer und Bienen zählten zu den beliebtesten Motiven der Zugteilnehmer, die das närrische Volk am Straßenrand wieder mit reichlich Kamellen eindeckten.

"Woolrec ist weg, kommt jetzt etwa Bio-Dreck?" fragte die Obertiefenbacher Feuerwehr mit ihrem Motivwagen beim gestrigen Fastnachtsumzug. "Wohlauf, wohlan, dann kann Obertiefenbach ja Luftkurort mit einer besonderen Duftnote werden." Zumal die "Däifemocher" den blauen Himmel mögen, den sie auch über den närrischen Lindwurm aus fast 40 Zugummern spannten, der sich den Weg durch die Zuschauermenge bahnte. Hinter dem Ausschankwagen waren Bären, Tanzmäuse und Hexen los, die sich aus ihren Höhlen und aus dem Wald losgeeist und auf die Straße begeben hatten.

Mit einer großen Crew an Bord war der MGV "Eintracht-Liederkranz", dem die Tanzmäuse des TuS Obertiefenbach, die Meisjen als Clowns, Jahrgänge, Elferräte von Schupbach, Merenberg und Niedertiefenbach mit dem Prinzenwagen aus Ninivé, Kirmesburschen, Gaudigruppen, Tierzüchter, Wilde Weiber, Ortsvereine und Gruppen folgten, die teils aktuelle Themen aufs Korn nahmen.

Eine Menge los war beim Villmarer Fastnachtszug gestern vor allem rund um Brunnenplatz und Rathaus. Da ein Wagenmotor streikte, startete der Zug vom alten Schulhof aus etwas verspätet. Dann lief es aber bei den Narren gewohnt rund. Den Anfang des Zuges macht der Kindergarten "St. Agatha", der als Ritter und Prinzessinnen unterwegs war. Auch eine Abordnung aus Runkel mit dem Prinzenwagen des Kulturvereins, von dem aus Prinzessin Lisa I. und Prinz Dennis I. dem Narrenvolk zuwinkten, war gekommen. Das Karnevalshaubitzenkorps Runkel hatte seine große Kanone dabei und eröffnete das Feuer auf den Nachbarort. Unterstützung erhielten die wackeren Kämpfer von ihren Freunden, den Burgmannen. Die Weyerer Tanzgruppe "Total Unkreativ" heizte mit dem "Gangnam-Style" ein. Die Freiwillige Feuerwehr braucht keinen neuen Pächter für die "Klickermill", sie haben sich kurzerhand zu Pizzabäckern ausbilden lassen.